Knapp und knapper: Kangaroos ringen Coburg nieder!

Beinahe hätten die Iserlohn Kangaroos in der 2. Basketball-Bundesliga ProB eine Extra-Schicht einlegen müssen, um den BBC Coburg in die Knie zu zwingen. Der letzte Wurf von Byron Sanders, der das Spiel in die Verlängerung hätte schicken können, verfehlte jedoch sein Ziel. So setzten sich die Kangaroos am Ende knapp und auch ein bisschen glücklich mit 73:71 (13:23, 29:16, 16:17, 15:15) gegen den Aufsteiger durch.

Der Auftakt war verheißungsvoll. Gabriel de Oliveira brachte die Kangaroos mit einem erfolgreichen And One und einem weiteren Freiwurf mit 4:0 (2.) in Front. Anschließend lief jedoch nicht mehr viel zusammen bei den Hausherren. Stattdessen übernahm Coburg die Kontrolle. Ein verwandelter Dreier von Jordan Burris brachte die Gäste aus der Oberpfalz zum ersten Mal in Führung (5:4, 3.). Und Coburg setzte seinen Lauf fort, zog angeführt von Steffen Walde (9 Punkte im ersten Viertel, 22 insgesamt) über 11:4 (7.) und 18:9 (9.) auf 23:13 (10.) davon.

Vor allem unter den Körben arbeiteten die Gäste stark, sammelten Rebound um Rebound ein. „Uns hat in dieser Phase die nötige Intensität in der Defense gefehlt“, sagte Kangaroos-Coach Dragan Torbica. Die Vorstellung seiner Schützlinge schmeckte ihm nicht. Und wirklich besser wurde es auch zu Beginn des zweiten Viertels nicht. Der Rückstand, dem die Kangaroos hinterherliefen, pendelte sich bei acht bis zehn Punkten ein.

„Es kann nicht sein, dass wir 15 Minuten brauchen, um ins Spiel zu finden. Das ist nicht die Art und Weise, wie wir spielen und uns präsentieren wollen“, fand Kangaroos-Manager Michael Dahmen deutliche Worte. Erst im Schlussspurt der ersten Halbzeit waren die Kangaroos hellwach. Mit einem Treffer aus der Distanz läutete Sören Fritze die Aufholjagd ein und glich die Partie 1:24 Minuten vor Ende des zweiten Viertels erstmals wieder aus (36:36, 19.). Die Antwort der Gäste folgte jedoch prompt – Burris für Drei (39:36, 19.). Donte Nicholas per Freiwurf und Nikita Khartchenkov sorgten jedoch erneut für den Ausgleich. Und Julian Scott traf mit der Sirene zur 42:39-Halbzeitführung.

Das Momentum lag klar auf Seiten der Hausherren. Und kurzfristig sah es nach dem Seitenwechsel so aus, als sollte es nach dem schleppenden Auftakt doch noch ein entspannter Abend werden. Nach 23 Minuten führten die Kangaroos erstmals mit zehn Zählern (49:39). Vor allem, weil die nötige defensive Intensität jetzt aufs Feld gebracht wurde. Bedingt dadurch gab es viele einfache Punkte für die Hausherren. Was am Samstagabend jedoch fehlte, waren zwei Dinge: die nötige Konsequenz und ein wenig Wurfglück.

Hätten die Kangaroos so weitergespielt wie zum Ende des zweiten und zu Beginn des dritten Viertels, wäre es wahrscheinlich ein ungefährdeter Heimerfolg in der Hembergfestung geworden. Doch das taten sie nicht. Und so blieb Coburg im Spiel. Auch, weil der BBC Willen zeigte, kämpfte – und jedem Ball konsequent hinterherging. Der Vorsprung schmolz. Und plötzlich führte der Aufsteiger wieder (52:51, 28.). Mit einer hauchdünnen 58:56-Führung ging es für Iserlohn in den finalen Spielabschnitt. In diesem behaupten die Kangaroos das Mini-Pölsterchen bis zum Schluss, verpassten es aber, für klare Verhältnisse zu sorgen.

Als Coburgs Shooting Guard Byron Sandford (14 Punkte, 11 Rebounds) zwölf Sekunden vor dem Ende per Korbleger auf 71:72 verkürzte, wurde es kribbelig. Im Gegenzug verwandelte Donte Nicholas nur einen seiner beiden Freiwürfe. Sanders verpasste es jedoch, das Spiel in die Overtime zu schicken. Und die Iserlohn Kangaroos feierten einen weiteren knappen Heim-Erfolg.

Erfreulich ist neben dem Erfolg die Tatsache, dass sich die Kangaroos nur zehn Ballverluste leisteten. Weniger erfreulich sind indes die Freiwurfquote (16/28, 57 Prozent) und das Reboundverhalten (32:46). Für das Topspiel gegen die Dragons Rhöndorf am kommenden Samstag (25. November, 19.30 Uhr, Hembergfestung) muss eine 0deutliche Steigerung her, um die Hinrunde mit dem neunten Erfolg beschließen zu können.

TEAM & PUNKTE: Sören Fritze (17/1 Dreier), Gabriel de Oliveira (4), Simon Kutzschmar (2), Kristof Schwarz, Sharik Aboubakar, Erik Krumme, Julian Scott (17, 9 Rebounds), Donte Nicholas (12), Nikita Khartchenkov (13/2), Viktor Ziring, Ruben Dahmen (2), Deion Gidddens (3).

Pressemitteilung der Iserlohn Kangaroos, 19. November 2017 | Foto: Daniela Fett

Kangaroos empfangen Aufsteiger Coburg!

Beim Wurf: Donte Nicholas

Mit dem BBC Coburg stellt sich am 10. Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga ProB ein weiterer Aufsteiger in der Hembergfestung der Iserlohn Kangaroos vor. Mit bislang drei Siegen belegen die Oberfranken aktuell den neunten Rang der Südstaffel. Doch, dass der Tabellenplatz nicht immer einen Rückschluss auf die Leistungsfähigkeit einer Mannschaft zulässt, haben die Schützlinge von Coach Dragan Torbica in dieser Spielzeit schon am eigenen Leib erfahren müssen.

Bis zum vierten Spieltag mussten die BBC-Korbjäger auf ihr erstes Erfolgserlebnis in der neuen Spielklasse warten. Vor heimischer Kulisse besiegte das Team von Coach Simon Bertram die Bayer Giants Leverkusen mit 92:89. Die beiden US-Amerikaner Jordan Burris und Anell Alexis waren mit jeweils 18 Zählern Topscorer der Coburger.

Auch gegen das Farmteam von s. Oliver Würzburg feierten Bertrams Jungs einen hauchdünnen Erfolg. Mit 77:74 setzte sich der BBC Coburg durch. Etwas deutlicher geriet indes der dritte und bislang letzte Sieg am siebten Spieltag. Bei den KIT SC Gequos gab es im Duell der Aufsteiger einen 72:59-Erfolg für die Oberfranken.

Bei den Gießen 46ers Rackelos (67:96) gab’s im Anschluss eine Klatsche für Coburg. Dafür verkaufte sich der BBC gegen die favorisierten Dragons Rhöndorf teuer (65:68), verpasste die Überraschung nur denkbar knapp. Dabei führte der Aufsteiger nach dem dritten Viertel noch mit 13 Zählern. „Im Schlussviertel wurden wir jedoch komplett vom Wurfglück verlassen“, heißt es im Coburger Spielbericht.

Allein dieses letzte Ergebnis zeigt, dass der Aufsteiger aus Coburg kein Leichtgewicht ist. Das unterstreicht auch Kangaroos-Coach Dragan Torbica: „Coburg hat drei Amerikaner und einen Litauer im Team. Auch wenn die letzten Spiele für Coburg nicht so gut gelaufen sind, müssen wir hundertprozentig fokussiert in dieses Spiel gehen.“

Verzichten muss Torbica ein letztes Mal auf Kapitän Joshua Dahmen. „Gegen Rhöndorf werde ich endlich wieder spielen können. Ich kann es kaum erwarten wieder gemeinsam mit den Jungs auf dem Feld zu stehen“, sagt der 25-Jährige Flügelspieler. Gemeinsam mit Physio Dennis Konrad-Werner und Milos Stankovic arbeitet er hart für sein Comeback.

„Egal, gegen wen wir spielen: Wir werden keine Spiele im Vorbeigehen gewinnen, sondern müssen immer Vollgas geben und konzentriert zu Werke gehen“, betonte Kangaroos-Manager Michael Dahmen zuletzt immer wieder. Und Torbica ergänzt: „Auswärts haben wir bislang häufig besser gespielt als in der Hembergfestung. Unser Ziel ist es, unsere Leistungen jetzt auch vor unserem Publikum aufs Feld zu bringen, ein starkes Spiel zu machen – und den nächsten Sieg einzufahren.“

Pressemitteilung der Iserlohn Kangaroos, 16. November 2017

Foto: von Daniela Fett/Iserlohn Kangaroos

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